Die traumatische Zange

Während eines traumatischen Erlebnisses befindet sich der Mensch in einer ausweglosen Situation. Er kann weder kämpfen, noch fliehen. Er ist handlungsunfähig und der Situation hilflos ausgeliefert: er befindet sich in der traumatischen Zange.

In einer Stresssituation wird beim Menschen zunächst das Bindungssystem aktiviert, d.h. er sucht nach einer ihm zugewandten Person, die ihm Trost, Schutz und Hilfe bietet.

Ist keine Bindungsperson vorhanden, reagiert er mit dem Impuls zu fliehen oder zu kämpfen. Ist die Bindungsperson jedoch der Verursacher der Stresssituation (= Täter) kann es zu einer Bindung an den Täter mit der Übernahme seines Wertesystems kommen ("Stockholm-Syndrom").

Sind weder Flucht noch Kampf erfolgreich oder möglich, befindet sich der Mensch in einer von Hilflosigkeit, Ohnmacht und Ausweglosigkeit geprägten Situation: er ist im Schockzustand, Starrezustand, er "friert ein".

In dem Schockzustand funktioniert die Wahrnehmung und die Wahrnehmungsverarbeitung nicht mehr wie gewohnt: Es kommt zu Abspaltungen von Wahrnehmungsinhalten (Fragmentierung der Sinneserfahrungen) und Ausblendung von Wahrnehmungen (Dissoziation). 

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