"Der Mensch wird am Du zum Ich"

Martin Buber

Mein Arbeitsansatz

Meine Haltung dem Leben und den Menschen gegenüber ist seit jeher geprägt von dem Streben nach Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und Freiheit - auch der Freiheit des anders Denkenden und der Andersartigkeit. Außerdem schätze ich die Möglichkeiten der Individualisierung, Weiterentwicklung und Kompetenzsteigerung wert und folge dem Wunsch nach einer sinn-gebenden und zufrieden stellenden, verantwortlichen und mitmenschlichen Lebensführung.

Diese Haltung spiegelt sich meines Erachtens in dem humanistischen Weltbild deutlich wieder. Es geht davon aus, dass der Mensch über Fähigkeiten verfügt, sein eigenes psychisches Leiden zu lindern:  Dem Mensch sind Möglichkeiten zur Selbstreflexion, zur kreativen Weiterentwicklung, zur konstruktiven Veränderung und Entfaltung von Potentialen gegeben. Somit ist er prinzipiell in in der Lage, sein Leben sinn-gebend, selbst-verwirklichend und zukunftsorientiert zu führen.

Wo ihm das nicht gelingt, benötigt er Unterstützung, seine Vitalität und Kreativität wieder zu erlangen, seine Selbstreflexion zu nutzen, um verborgene  Ressourcen und Entfaltungsmöglichkeiten und eigene Wachstumsmöglichkeiten zu aktivieren und sich eventuell neu zu orientieren. 

 

 

Der Weg...

Im Studium bildete ich mich in den humanistischen Therapieansätzen wie der Klientenzentrierten Gesprächstherapie (Carl Rogers), der Gestalttherapie (Fritz Perls) und dem Psychodrama (Moreno), aber auch tiefenpsychologischen Ansätzen (Freud, Bleuler) weiter.

Letztlich schienen mir die einzelnen Therapieausrichtungen zu einseitig, festgelegt und unflexibel. Meinen Wunsch nach Vielseitigkeit und Methodenintegration sah ich dann in der Integrativen Therapie (Hilarion Petzold) realisiert, worin ich mich ausbilden ließ. Dieses Therapieverfahren bestimmt bis heute maßgeblich mein therapeutischen Denken und Handeln. Der Ansatz dieser Therapieschule, die wirksamsten Elemente von Psychotherapie (Gestalttherapie, Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Körpertherapie) aufzugreifen und zu integrieren, spiegelt sich in meiner therapeutischen Arbeit wieder. 

Während des Studiums begann ich mich intensiv mit dem Zusammenhang von Suchtverhalten und Traumatisierung zu befassen und verfasste schließlich meine Diplomarbeit zu dieser Thematik. Während einer Hospitation auf der Traumastation von Prof. Dr. Ulrich Sachsse/ NLKH Göttingen verschaffte ich mir einen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten. Die Psychotraumatologie war zu diesem Zeitpunkt eine recht junge Wissenschaft und die Auswirkungen von Traumata auf das Gehirn gerade erst durch bildgebende Verfahren (MRT/ PET) nachweisbar.

 

In meiner zunächst beraterischen, dann therapeutischen Arbeit mit suchtmittelabhängigen Menschen zeigte sich, dass der überwiegende Teil von Drogenkonsumenten mindestens einer, oftmals jedoch mehrfacher oder gar dauerhafter Traumatisierung ausgesetzt war. Drogenkonsum kann als ein schädigender Bewältigungsversuch gesehen werden, der schrecklichen Erfahrung einer Traumatisierung, den damit verbundenen Gefühlen von Ausweglosigkeit und Hilflosigkeit und den immer wiederkehrenden Bildern und Gefühlen entkommen zu wollen.

So wie der Auslöser für ein Trauma kann auch die Symptombildung nach einer Traumatisierung sehr unterschiedlicher und vielfältiger Art sein. Manchmal leiden Menschen mit zunächst unerklärlichen Symptomen eigentlich unter den Folgen einer Traumatisierung, ohne es zu wissen.  

Auch heute noch werden Symptome einer Traumafolgestörung nicht immer erkannt oder falsch behandelt. Dabei sind die Aussichten auf Genesung hoch, wenn zu einem möglichst frühen Zeitpunkt die richtige professionelle Unterstützung, also Traumatherapie, erfolgt. 

 

Zur weiteren Professionalisierung entschied ich mich für eine Weiterbildung zur Traumatherapeutin/ Traumapädagogin am Zentrum für Psychotraumatologie Niedersachsen.

In meiner beraterischen und therapeutischen Arbeit nutze ich kreative Medien und Techniken aus der Integrativen Therapie. Ergänzt wird mein Repertoire durch Interventions-Techniken aus der Psychotraumatherapie. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über mein Behandlungsangebot.  

 


In den humanistischen Therapieansätzen wird der Begegnung zwischen Therapeut und dem Klienten eine zentrale Bedeutung beigemessen. Dies trifft auch auf die Beratung und das Coaching zu. Es gibt nicht den "aktiven Behandler" und den "passiven Klienten". Die Integrative Therapie spricht von einer "doppelten Expertenschaft": der Klient ist Experte auf dem Gebiet seiner Symptome, seines Erlebens, seiner Lebensgeschichte und der Therapeut/ Berater/ Coach ist Experte auf dem Gebiet der Diagnostik, Methodik und Intervention. Gemeinsam begibt man sich in den Prozess des Erfassens, Begreifens und Verstehens der Problematik, um dann die Behandlungsplanung zu definieren und an deren Umsetzung zu arbeiten. Dies ist ein dynamischer Prozess, d.h. die therapeutische Zielsetzung wird stets auf ihre Aktualität hin überprüft und gegebenfalls verändert.


Was wirkt...

Die Gewichtung auf die Qualität der Begegnung zwischen Therapeut/ Berater/ Coach und Klient deckt sich mit den neuesten Forschungen über die Wirksamkeit von Psychotherapie, wonach eine gute therapeutische Beziehung ein starker, positiver Wirkfaktor für das Gelingen von Psychotherapie ist.

Meine Arbeitsweise ist geprägt von vier weiteren Faktoren, die nach dem Psychotherapieforscher Klaus Grawe maßgeblich für das Gelingen von Psychotherapie gelten: (Klaus Grawe, et al.: 2001, 5.Aufl., Psychotherapie im Wandel) 

  • die Aktivierung von Ressourcen: die jedem Menschen innewohnenden Fähigkeiten werden dem Klienten erfahrbar gemacht und für den therapeutischen Prozess genutzt 
  • eine Aktualisierung der Problematik: die Therapie findet im  "Hier und Jetzt" statt, d.h. aktuelle Probleme werden aufgegriffen, durch besondere therapeutische Interventionen erfahrbar gemacht und bearbeitet
  • die Klärung der Motivation: durch das Bewusstmachen und das Bewusstwerden   (Reflexion) über die Symptomatik kann ein komplexes Bild über Hintergründe, eigenes Verhalten und (krankheits-)aufrechterhaltende Faktoren gewonnen werden, das Veränderungen ermöglicht
  • die Bewältigung der Problematik: der Klient wird mit Hilfe von Interventionen darin unterstützt, eigene Lösungen für seine Probleme zu entwickeln, d.h. selbstwirksam zu werden

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