Der Therapieprozess

Ziel der Traumatherapie ist es, vereinfacht gesagt, die fragmentierten, im Gehirn abgespeicherten Teil-Wahrnehmungen zu einer Geschichte mit einem Anfang, einer Mitte und einem Ende zusammenzufügen. Denn erst wenn das gelingt, ist das Gehirn in der Lage, das traumatische Erlebnis zu verarbeiten und zu bewältigen!

Ziel der Traumatherapie ist zudem die Wiedererlangung der Kontrolle über seinen Körper und sich Selbst, die Bearbeitung des Traumas, das Erlernen von Selbstwirksamkeit, Förderung der Lebenszufriedenheit und die Entwicklung neuer Lebensperspektiven.

Ich führe die Traumabehandlung nach dem vierphasigen KReST®-Modell durch: Körper-, Ressourcen- und Systemorientierte Traumatherapie.

Das KReST®-Modell wurde von Lutz Besser, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut entwickelt.


Der Therapieprozess der Traumatherapie gliedert sich in vier Behandlungsphasen:

In der ersten Behandlungsphase findet ein gegenseitiges Kennenlernen, die Abklärung der Symptomatik und das Besprechen des weiteren Therapieablaufs statt. Für den Betroffenen ist es wichtig, ein Verständnis für die Entstehung der Symptome zu erhalten. Die Erkenntnis darüber, nicht "verrückt" zu sein, ist an sich schon heilsam. Denn das Gehirn hat in einer als ausweglos und die Existenz bedrohenden Situationen Schutzmaßnahmen ergriffen, die in der Situation zwar überlebenswichtig waren, heute im Alltag jedoch als hinderlich erlebt werden.

Die zweite Phase des Therapieprozesses ist die Stabilisierungsphase. Hier geht es um die körperliche und psychische Stabilisierung. Gemeinsam werden Ressourcen, die jedem Menschen innewohnenden Kraftquellen, aktiviert. Ressourcen bewirken positives Erleben und fördern Heilung. Zudem werden Techniken zur Stressregulation und zur Entspannung erlernt (Imaginationsübungen, Innere-Kind-Arbeit). Dadurch wird die eigene Handlungsfähigkeit wieder hergestellt, also Selbstwirksamkeit geübt. 

Es geht in dieser Phase unter anderem darum, den negativen Erfahrungen und Fragmenten einer Traumatisierung aktiv und mithilfe verschiedener Techniken positive Bilder und Erfahrungen entgegenzusetzen. Anschließend kann mit der dritten Phase, der Traumabearbeitung, begonnen werden.  

Die dritte Behandlungsphase ist die Traumabearbeitung. Mit Hilfe der in der vorherigen Behandlungsphase erlernten Techniken findet eine aktive Bearbeitung des traumatischen Erleben statt (Screentechnik). Die Konfrontation mit dem Trauma erfolgt erst dann, wenn der Klient Techniken zur Selbstkontrolle erlernt hat, um nicht erneut Kontrollverlust zu erleiden. 

Erst durch die aktive Bearbeitung des Traumas wird eine Integration des Erlebten in das Erinnerungsvermögen des Gehirns ermöglicht. Damit werden Trigger, so genannte Auslösereize, aufgelöst und Symptome gelindert. Das Trauma wird als ein schicksalhaftes Erlebnis, als eine "Geschichte" mit einem Anfang, einer Mitte und einem Ende in das Bewusstsein, die Biografie und die Persönlichkeit integriert. 

Die vierte Behandlungsphase wird die Phase der Trauer und Neuorientierung genannt. Die Auseinandersetzung mit dem traumatischen Erleben und der eigenen Handlungsunfähigkeit in jener Situation macht oftmals sehr traurig. Es geht darum, die Vergangenheit los zulassen, das heißt sich bewusst von dem zu verabschieden, was man verloren oder nie erfahren hat, die Gegenwart zu akzeptieren und sich zu öffnen für das, was kommen mag.

Durch die Integration des Traumas, das Auflösen der Trigger und die Linderung der Symptome eröffnen sich neue Wege und Möglichkeiten im Leben. Nun ist eine Neuorientierung und die Entwicklung und Umsetzung persönlicher Ziele möglich.  

"Traumata können zu jedem Zeitpunkt auf einen Menschen einwirken. Doch je eher professionelle Hilfe in Anspruch genommen wird, desto größer ist die Aussicht auf Genesung"

Keinem Menschen gelingt es, sich gänzlich vor traumatischen Erfahrungen zu schützen. Gerade ihre Unvorhersehbarkeit macht sie so bedrohlich für den menschlichen Organismus! Es ist jedoch erwiesen, dass man die Auswirkungen traumatischer Erlebnisse beeinflussen kann: Je eher man die professionelle Unterstützung sucht und das Trauma bearbeitet, desto geringer fällt die Symptombildung aus.

Falls Sie in Ihrem Leben eine oder mehrere traumatische Situationen erlebt haben, unter denen sie heute leiden, dann zögern Sie nicht, sich professionelle Unterstützung zu suchen.

Ich biete Ihnen eine wertschätzende Atmosphäre und einen sicheren, stabilisierenden Rahmen, um sich mit Ihren Erlebnissen zu befassen. Ich möchte Sie ermutigen, sich Hilfe und Unterstützung zu suchen. 

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